Trogen/Erlangen – Vom 11. bis 17. Januar 2026 erhielten 17 Schülerinnen und Schüler der Eichendorffschule die besondere Möglichkeit, an einem internationalen Bildungs- und Begegnungsprojekt in der Schweiz teilzunehmen. Gemeinsam mit Jugendlichen aus Nordmazedonien sowie einer Gruppe aus Krumbach (Schwaben) erlebten sie eine intensive Woche, die nicht nur Wissen vermittelte, sondern vor allem den Blick über den eigenen Horizont hinaus öffnete.
Nach einer langen Anreise mit dem Bus erreichten die Kinder das Pestalozzi Kinderdorf in Trogen, einen Ort mit großer historischer Bedeutung. Das Dorf wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet, um Waisenkindern aus ganz Europa Schutz, Geborgenheit und eine neue Perspektive zu geben. Noch heute steht das Kinderdorf für Frieden, Verständigung und gelebte Gemeinschaft – Werte, die auch das Projekt prägten. Die Schülerinnen und Schüler lebten während ihres Aufenthalts in einem der historischen Häuser des Dorfes und konnten so den ursprünglichen Gedanken des Zusammenlebens hautnah erfahren.
Der Alltag wurde bewusst zusammen gestaltet: Die Kinder übernahmen beim Essen verschiedene Dienste für die Gemeinschaft, sie trugen selbst die Verantwortung für Ordnung und Sauberkeit, sie spielten und lachten miteinander und wuchsen so als Gruppe zusammen. Dieses Zusammenleben förderte Selbstständigkeit, Rücksichtnahme und Teamgeist – Fähigkeiten, die weit über den Schulalltag hinaus von großer Bedeutung sind.
Tagsüber standen Workshops zu Persönlichkeitsentwicklung, Demokratieerziehung, Kinderrechte und Friedensbildung auf dem Programm. In international gemischten Gruppen arbeiteten die Teilnehmenden gemeinsam in englischer Sprache, unterstützt von erfahrenen Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, die die Kinder mit viel Engagement, Geduld und Herzlichkeit begleiteten. Dabei lernten die Jugendlichen nicht nur, ihre eigenen Stärken zu erkennen und ihre Meinung zu vertreten, sondern auch, andere Perspektiven zu respektieren und Konflikte konstruktiv zu lösen.
Ein besonderes Highlight der Woche war die kreative Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg. Gemeinsam gestalteten die Kinder einen vielseitigen Abend, bei dem selbst Gekochtes, Spiele und kulturelle Beiträge für Begeisterung sorgten. Sie trafen sich jeden Abend im Jugendtreff oder in der Turnhalle, um gemeinsam – ohne jegliche Auseinandersetzungen – zu spielen. Respektvoller Umgang stand bei den Jugendlichen an oberster Stelle.
Zudem produzierten sie eine eigene Radiosendung, in der sie ihre Erfahrungen der Woche teilten. Diese Erlebnisse stärkten das Selbstbewusstsein der Kinder und zeigten eindrucksvoll, wie bereichernd internationale Zusammenarbeit sein kann. Der Abschied am Ende der Woche fiel allen Beteiligten sichtlich schwer. In kurzer Zeit waren enge Freundschaften entstanden, die trotz unterschiedlicher Herkunft, Sprache und Kultur verbinden. Viele Kinder nahmen nicht nur neue Kontakte, sondern auch wertvolle Erfahrungen, gestärktes Selbstvertrauen und ein tieferes Verständnis für Demokratie und Frieden mit nach Hause.
Das Projekt wurde neben dem Pestalozzi Kinderdorf auch vom Bayerischen Jugendring gefördert und stellte für alle Beteiligten eine außergewöhnliche Chance dar. Es war eine gewinnbringende Erfahrung, die nachhaltig wirkt, Perspektiven eröffnet und den jungen Menschen Mut macht, sich aktiv, verantwortungsvoll und offen für eine friedliche Zukunft einzusetzen.



