Unterrichtsqualität

 

Mit dem Schuljahr 2017/18 startete das neue Fach Verantwortung für alle Schülerinnen und Schüler der 7. Jahrgangsstufe. Es wird im darauf folgenden Schuljahr in der 8. Klasse fortgeführt. An einem Tag in der Woche übernehmen die Siebtklässler für ca. 90 Minuten eine selbstgewählte verantwortungsvolle Aufgabe an der Schule oder im Gemeinwesen.

Vier Jugendliche fühlen sich für den Pausenverkauf verantwortlich, schmieren und belegen weit vor Unterrichtsbeginn Vollkornbrötchen für ihre Mitschüler, zuverlässig und pünktlich. Andere unterstützen Erzieherinnen bei der Arbeit in Kitas oder helfen in einem Erlanger Pflegeheim. Ein Schüler übernimmt den wöchentlichen Einkauf für eine hilfsbedürftige Rentnerin.

Das entscheidende Erleben in diesem neuen Fach ist, dass man Verantwortung übernimmt, für andere und für sich. Das Gefühl, gebraucht zu werden, wertvoll zu sein, ist dabei von großer Bedeutung. Zudem werden soziale Kompetenz, Fachkompetenz und Selbstkompetenz handlungsorientiert erlernt.

 

 


Mit dem Schuljahr 2018/19 startet das neue Projekt „Herausforderung“. Bei diesem Projekt verlassen Schülerinnen und Schüler in der 8. und 9. Klasse in Teams zu Beginn des Schuljahres für drei Wochen die Schule, um außerhalb Mittelfrankens eine selbstgewählte Herausforderung zu meistern. Begleitet von einem volljährigen Coach und ausgestattet mit einer Geldsumme geht es dann für die Schülerinnen und Schüler z.B. zur Weinlese nach Unterfranken.

Das Projekt ist seit Jahren fester Bestandteil der Lernkultur an der Evangelischen Schule Berlin Zentrum und wird auch an der Integrierten Gesamtschule in Celle umgesetzt. Zu beiden Schulen pflegen wir einen guten Austausch. Im Frühjahr 2017 wird ein Team der Eichendorffschule an der IGS Celle hospitieren. Gegen Ende des Schuljahres 2016/17 erwarten wir Besuch von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften aus Berlin.
Zusammen mit dem Zentrum für Lehrerinnen- und Lehrerbildung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Technischen Hochschule Nürnberg werden wir das Projekt in der universitären pädagogischen Ausbildung verankern. Wissenschaftliche Begleitung des Projekts, Rekrutierung von Coaches und das Erschließen eines pädagogischen Erfahrungsfeldes für Studierende kennzeichnen die Win-Win-Situation bei dieser besonderen Kooperation der Eichendorffschule mit der Universität.


Wir wollen dem Einzelnen gerecht werden und denken die Schule konsequent vom Kind und Jugendlichen aus. Zwei Grundüberzeugungen bestimmen unser didaktisch-methodisches Handeln. Schüler wollen ihr Lernen selbst in die Hand nehmen und wir Lehrkräfte müssen sie dabei unterstützen. Und, eine ausgefeilte Binnendifferenzierung ist die Antwort auf die Anforderungen von heterogenen Lerngruppen und nicht die schablonenhafte Verteilung auf vermeintlich homogene Klassen und Gruppen.

Ab der 7. Klasse lernen die Schülerinnen und Schüler das Wissen in Deutsch, Mathematik und Englisch vornehmlich in Lernbüros, eigenverantwortlich und selbstorganisiert. Drei Lernbüroteams haben den Start für das Schuljahr 2017/18 vorbereitet und die differenzierten Lernbausteine erarbeitet. Mit unseren schulischen Partnern in Berlin und Celle sowie dem Education Innovation Lab und der HERMANN GUTMANN STiFTUNG haben wir kompetente Unterstützer bei der Umsetzung und Finanzierung. Im Handbuch Lernbüro sind die Grundsätze der Lernbüroarbeit definiert.


Im Mittelpunkt der Lernwerkstatt Mathematik steht das eigenverantwortliche und selbstorganisierte Lernen in der 5. und 6. Jahrgangsstufe.

Die Schülerinnen und Schüler gestalten Ihr Lernen vorwiegend selbst. Nach dem Ritual des gemeinsamen Kopfrechnens und der anschließenden zielgerichteten Besprechung des aktuellen Lerninhaltes entscheiden sie sich für ein attraktives Lernmaterial. Das vielfältige Angebot ist auf unterschiedlichen Niveaustufen vorstrukturiert. Es ermöglicht auch individuelle Herangehensweisen über offene Aufgabenstellungen oder Fermi-Aufgaben. Besonders anschauliche und handlungsorientierte Lernhilfen ermöglichen ein selbstständiges Erschließen der Lerninhalte, helfen diese zu verstehen und nachhaltig aufzunehmen. Jeder lernt seinem Können entsprechend im eigenen Lerntempo. Die Schülerinnen und Schüler kontrollieren ihr Arbeiten eigenständig und dokumentieren ihren Lernerfolg.

Ein ansprechender und funktionaler Raum mit neuester Technik und modernen Medien (interaktive Tafel, iPads) hat positive Wirkung auf die Lernatmosphäre und die Motivation. Flexibles Mobiliar erleichtert das rasche Verändern von Lernarrangements und das Wechseln von wichtigen Sozialformen.

Beim Lernen werden die Schüler vom Mathematiklehrer, der Förderlehrerin und einem Pädagogen in der Bildungsarbeit begleitet. Diese bereiten die Lernumgebung vor, geben Orientierung bei der Materialauswahl und unterstützen bei individuellen Problemen.


Wo kommt der Honig her? Weshalb können Vögel eigentlich fliegen oder warum haben Steinzeitmenschen ihre Geschichten an Höhlenwände gemalt? Das sind beispielhaft Fragen, mit denen sich Kinder der 5. und 6. Jahrgangsstufe sehr gerne auseinandersetzen, sobald sie es mit all ihren Sinnen, ihren Ideen und ihrer ganzen Kreativität dürfen.

Ein geeignetes Lernarrangement dafür ist der Projektunterricht, welcher fest in unserem Stundenplan verankert ist und die Fächer GSE und PCB verknüpft. Hier hecken die Schüler gemeinsam Ideen aus, packen zusammen an, stellen sich Problemen und planen mögliche Herangehensweisen und Lösungswege.In diesem Rahmen wurden bereits eine Schulimkerei aufgebaut und eigener Honig produziert oder steinzeitliche Farben aus Sand, Erde und Lehm hergestellt.

Der Anteil der Eigenverantwortung steigt mit jedem Projekt. So sollen die Schüler einerseits erfolgreich auf die spätere Projektprüfung in den Abschlussklassen vorbreitet werden. Anderseits erlernen sie dabei auch fächerübergreifende Kompetenzen wie Teamarbeit, problemlösendes Denken oder auch Strategien zur Bewältigung von Konflikten. Denn nicht immer sind sich alle Teammitglieder einig über die notwendigen Schritte zum Ziel.

Einig sind sich aber alle darüber, dass durch diese Art des Unterrichts mit jeder Menge Spaß ganz viel gelernt wird.


Unter dem Motto „Stark für den Beruf – Berufsorientierung“ wurden 2008/2009 bis 2010/11 die berufsorientierenden Zweige (Wirtschaft, Soziales und Technik) in den Jahrgangsstufen 7, 8 und 9 eingeführt und weiterentwickelt.
Seit dem Schuljahr 2011/2012 ist die Projektprüfung ein verpflichtender Bestandteil der Prüfungen zum qualifizierenden und mittleren Schulabschluss der Mittelschule.

Die Projektprüfung besteht aus dem Fach Arbeit/Wirtschaft/Technik (AWT) und dem von den Schülern gewählten Fach im berufsorientierenden Zweig (boZ-Fach). Innerhalb einer Woche arbeiten die Schüler in drei Phasen an einem von den Lehrern erstellten Leittext.

Phase der Zielsetzung und Planung:

  • selbstständiges Planen und Vorbereiten des Arbeitsprozesses
  • Dokumentation des Vorgehens in der Projektmappe innerhalb und/oder außerhalb der Schule

Phase der Durchführung:

  • selbstständiges Erstellen der praktischen Produkte entsprechend der Aufgabenstellung an der Schule

Phase der Präsentation und Reflexion:

  • Präsentieren der Ergebnisse (AWT und boZ-Fach)
  • Reflexionsgespräch

Bewertet werden sowohl die während des Projektes beobachtbaren Einzelleistungen des Prüflings als auch die erstellte Projektmappe.

Um die Schüler zielgerichtet auf ihre Abschlussprüfung vorzubereiten, werden in der 8. und 9. Jahrgangsstufe realitätsnahe Übungsprojekte durchgeführt.

Bereits ab der 7. Jahrgangsstufe werden in den boZ-Fächern Fach- und Personalkompetenzen sowie soziale Kompetenzen erlernt.