Umgang mit Vielfalt

Übergangsklassen werden vom Staatlichen Schulamt eingerichtet. Zurzeit werden durchschnittlich 16 bis 18 Schüler in vier Klassen der Klassenstufen 7 bis 9 unterrichtet.

Das Team der Übergangsklassen besteht aus den vier Klassenleitern und zwei Sozialarbeitern, die die Ü-Ganztagesklassen begleiten. In kurzen wöchentlichen Teamsitzungen werden aktuelle Vorkommnisse, Schülerwechsel und Planungen für die regelmäßigen außerschulischen Aktivitäten besprochen.

Wenn Schülerinnen und Schüler zugewiesen werden, kommen sie und ihre Eltern oder Erziehungsberechtigten zunächst zu einem 50-minütigen Eingangs- und Aufnahmegespräch in die Schule. Dabei erfasst eine Lehrkraft aus dem Ü-Team neben den persönlichen Daten die schulische Vorgeschichte des zugewiesenen Jugendlichen und informiert die Eltern oder Erziehungsberechtigten über unsere Schule und unser Schulsystem.

Nach dem Eingangsgespräch werden die Schüler nach Alter und Deutschkenntnissen einer Klasse zugeteilt.

  • Ü7 d: Schüler ohne Deutschkenntnisse (Stufe A1), 7-8. Jahrgangsstufe
  • Ü7 e: Schüler mit Deutschkenntnissen (Stufe A2), 7-8. Jahrgangsstufe
  • Ü8 d: Schüler ohne Deutschkenntnisse (Stufe A1), 8-9. Jahrgangsstufe
  • Ü8 e: Schüler mit Deutschkenntnissen (Stufe A2), 8-9. Jahrgangsstufe

Je nachdem wie schnell die Schüler Deutsch lernen, kommen sie nach 6 Monaten oder nach einem Jahr in die fortgeschrittene Klasse (Ü7 e oder Ü8 e). Wenn sie in den Fächern Deutsch als Zweitsprache und Mathematik dem Unterricht gut folgen können, sich mündlich und schriftlich sicher ausdrücken können, kommen sie in der Regel nach einem bis zwei Jahren in eine Regelklasse der Mittelschule oder in Ausnahmefällen bei sehr guter Leistung wechseln sie die Schulart.


Das Modellprojekt "Optimierte Lernförderung" wurde vom Amt für Soziales, Arbeit und Wohnen der Stadt Erlangen initiiert. In Zusammenarbeit mit den drei Erlanger Mittelschulen sowie der Volkshochschule Erlangen wurde ein Modell etabliert, das förderberechtigten Kindern einen möglichst unkomplizierten und schnellen Zugang zu zusätzlicher Lernförderung im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets ermöglicht.

An der Eichendorffschule findet die Lernförderung hauptsächlich im Klassenverband statt, was auf die große Anzahl an förderberechtigten Schülerinnen und Schüler zurückzuführen ist (33% der Schülerinnen und Schüler leben in Familien, die Transferleistungen wie Hartz IV oder Wohngeld erhalten). Dabei befinden sich zusätzlich zur staatlichen Lehrkraft ein oder mehrere Dozentinnen oder Dozenten der VHS , sogenannte Pädagogen in der Bildungsarbeit, mit in der Klasse. Eine Evaluation des Modellprojekts durch Prof. Dr. Dr. Ziegler von der FAU Erlangen-Nürnberg vom September 2016 belegt den Wert des Projekts: Es trägt wesentlich zur Bildungsgerechtigkeit bei, indem es Leistungs- und Entwicklungsdefizite bei Schülerinnen und Schülern mit einem schwachen sozioökonomischen Hintergrund abbaut.


Wir haben den Anspruch, dass unsere Schule zu einem Ort wird, an dem Kinder all ihre Potentiale und Begabungen entfalten können. Ausschließlich im regulären Unterricht kann dies aber nicht gelingen. Um unserem Anspruch dennoch gerecht zu werden, wurde mit dem Bereich Campus ein Feld geschaffen, in dem sich Kinder über das Unterrichtsgeschehen hinaus in ganz unterschiedlichen Bereichen ausprobieren können.

Durch das Campusangebot ist es möglich, dass sich Schüler und Lehrpersonal in Situationen erleben, die der Unterrichtsalltag oft nicht zulässt. Sei es beim Anpflanzen diverser Kräuter im Atrium, beim Theaterspielen oder Recyceln von Müll. Die für den Lernerfolg so wichtige Beziehung zueinander wird intensiviert, das Vertrauen gestärkt und das Schulklima gepflegt. Auf derzeit 15 verschiedene Kurse verteilen sich in diesem Schuljahr 185 Kinder aus den Jahrgangsstufen 5 und 6, sowie den beiden Übergangsklassen 7 und 8. Um dieses breite Angebot auch personell stemmen zu können, arbeiten wir eng mit der Volkshochschule Erlangen zusammen, die uns mit engagierten und qualifizierten Honorarkräften unterstützt. Die folgenden Kurse können wir im laufenden Schuljahr anbieten:

  • Kick Fair
  • Nähen
  • Erlebnispädagogik
  • Kreativ AG
  • Musiktheater
  • Imkerei
  • Recycling
  • Theater
  • Trommeln
  • Experimente
  • Medien
  • Englisch
  • Parcours

 

 


Der Weg zum mittleren Schulabschluss ist an der Eichendorffschule und seinen Partnerschulen im Verbund in zwei Phasen gestaltet. In der 7. und 8. Jahrgangsstufe lernen begabte Schülerinnen und Schüler in Mathematik und Englisch in M-Kursen auf einem erhöhten Anforderungsniveau. In Deutsch wird differenziertes Lernmaterial angeboten. In der 9. und 10. Jahrgangsstufe kehren wir zum System der Mittlere Reife-Klassen zurück.

Das Kurssystem ist flexibel und durchlässig und fördert ein integratives Schulklima. Deutlich mehr Schülerinnen und Schüler als im bayerischen Durchschnitt beschreiten an der Eichendorffschule den Weg zum mittleren Schulabschluss. Die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten und Abschlussprüfungen zeigen, dass das System nicht nur pädagogisch wertvoll, sondern auch erfolgreich ist. In den Sitzungen des Schulforums und des Schulverbundes haben Schüler, Eltern und Lehrkräfte die Vorteile des "Zwei-Phasen-Systems" hervorgehoben.

In der Lernbüroarbeit von der 7. bis zur 10. Jahrgangsstufe sehen wir eine Weiterentwicklung des Systems. Äußere Differenzierungen durch Kurse und Klassen werden durch materialgestützte, integrative Binnendifferenzierung ersetzt.